Fernstudium unseriös?

Fernstudium unseriös?

Beitragvon Rabate » Di 8. Mai 2018, 17:16

Hallo Zusammen. Unsere Tochter würde gerne Informatik im Fernstudium studieren. Wir begrüßen das total, weil sie so noch weiter bei uns wohnen kann und Aufgaben in Haus und Hof übernehmen kann (natürlich auch bezahlt)... Jetzt meinte mein Bruder vor kurzem, er halte diese Form des Studiums für extrem unseriös. Dass die Abschlüsse oft nirgendwo akzeptiert würden und die Lehre schlecht sei. Wir sind jetzt natürlich ein bisschen verunsichert. Was sagt ihr dazu?
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Re: Fernstudium unseriös?

Beitragvon mam9e0 » Mi 9. Mai 2018, 14:00

Es macht tatsächlich Sinn, dieser Frage nachzugehen, ich kann euch da aber beruhigen.
Mein bester Freund hat genau das gleiche gemacht: reine Informatik als Fernstudium an der SGD, das war der Studiengang en detail: https://www.sgd.de/kursseite/gepr-infor ... n-sgd.html
Er hat das Fernstudium gewählt, weil er ebenso darauf angewiesen war, nebenher zu arbeiten. Er hat super abgeschnitten, einige Praktika gemacht und sein Können bewiesen. Deshalb stand dann auch nie wieder zur Debatte, dass er den Abschluss nicht an einer "normalen" Hochschule absolviert hat. Ich meine, momentan wird überall händeringend nach ITlern gesucht. Sicherlich gibt es andere Bereiche, wo mit Fernstudienabschlüssen kritischer umgegangen wird als bei Informatik.
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Re: Fernstudium unseriös?

Beitragvon MartinK » Mi 16. Mai 2018, 12:12

Warum sollte denn ein Ferstudium unseriös sein? Jeder Mensch hat ein recht auf Bildung und da spielt es auch keine Rolle wie alt ein Mensch ist. Das Problem und der Grund warum es solche Möglichkeiten gibt, wenn man älter wird und ein Job oder andere Verpflichtungen hat, hat man kaum Zeit für ein Studium und somit muss man auf ein Fernstudium zurückgreifen. Dabei ist die SGD ein sehr gute Ansprechpartner und wenn dein Bruder es noch immer nicht glaubt, dann soll er sich mal diesen Beitrag auf https://karriere-und-bildung.de/fernstu ... ben-beruf/ durchlesen und ich bin mir sicher, dass er seine Meinung dazu, dann ändern wird. Im übrigen wird auch in dem Beitrag die SGD empfohlen. ;-)
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Re: Fernstudium unseriös?

Beitragvon Hans Meiser » So 20. Mai 2018, 21:47

Dann melde ich mich mal als promovierter Informatiker und auch als Arbeitgeber und als Informatik-Dozent zu Wort.

Grundsätzlich ist ein Fernstudium nicht unseriös. Es gibt jedoch den einen oder anderen Haken, den ich aus meiner eigenen Erfahrung auch so bestätigen kann.

1) Bei einem Studiengang wie Informatik oder Mathematik halte ich den persönlichen Austausch mit Kommilitonen für äußerst wichtig. Falls deine Tochter nicht gerade hochbegabt ist, dann wird sie auf diesen Austausch angewiesen sein. Und mit hochbegabt meine ich auch wirklich hochbegant, in dem Sinne dass du kaum jemanden kennst, der ihr das Wasser reichen kann.

2) Gute Jobs ergeben sich häufig durch persönliche Kontakte. Mein erster Auslandsaufenthalt hat sich durch ein Gespräch nach einer Vorlesung ergeben, mein Chef im Ausland hat mir meine Doktorandenstelle organisiert, als Doktorand habe ich über meinen Doktorvater den Gründer des Unternehmens kennengelernt, dessen Geschäftsführer ich inzwischen bin. Einige meiner damaligen Kommilitonen haben heute in unserer Firma einen gut dotierten Job, mit einigen unserer hervorragenden Angestellten habe ich schon vor 15 Jahren am Strand ein Bier zusammen getrunken. Ihr solltet nicht unterschätzen wir wichtig es für den beruflichen Erfolg sein kann, die richtigen Leute persönlich kennen zu lernen.

3) Bei einer Bewerbung nur mit Fernstudium bin ich skeptischer als sonst. Das fachliche Gespräch ist in jedem Fall intensiver. Ich kenne vermutlich jeden Professor eines Bewerbers oder einer Bewerberin persönlich, und unterhalte mich dann natürlich über den Kandidaten oder die Kandidatin. Beim Fernstudium kenne ich nur die Noten, denen ich nicht vertraue, also wird das persönliche Gespräch umso intensiver. Ich erinnere mich an eine Bewerbung, bei der mit der Professor eines Bewerbers vorab erzählte woran der Kandidat in seiner Freizeit werkelt. Ich kannte die Bibliothek, an der er aus Spaß an der Sache gearbeitet hat, und wusste sofort um die Fähigkeiten. Das Vorstellungsgespräch war nur noch Formsache.

Zurück zum eigentlichen Thema: Deine Tochter wird auch mit Fernstudium einen Job finden. Wenn möglich sollte sie jedoch ein Präsenzstudium absolvieren. Aus eigener Erfahrung möchte ich auch die Abnsbelung vom elterlichen Betrieb durch das Studium und den Umzug in eine fremde Stadt nicht missen.
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Re: Fernstudium unseriös?

Beitragvon Marci » Sa 26. Mai 2018, 14:46

Ich verstehe nicht, warum es denn so unseriös sein soll.
Wenn man etwas lernen will, dann kann man es auch so lernen.
Ich für meinen Teil habe zum Beispiel unterschiedliche Möglichkeiten gefunden gehabt, meine Tochter möchte nämlich studieren aber auch was erleben.
Da haben wir an Work&Travel gedacht aber das hat ihr so nicht gefallen.

Aus dem Grund haben wir weiter gesucht und man kann zum Beispiel ein Auslandsjahr machen. Sie hat sich bei https://www.rainbowgardenvillage.com/auslandspraktikum paar Infos gefunden. Zählt als Praktikum.
Danach hat sie vor zu studieren, erst will sie Erfahrungen sammeln.

Aber das Fernstudium ist doch auch nichts unseriöses. Mein Bruder hat 2 abgeschlossen und meinte, es ist die beste Entscheidung die er getroffen hat.
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Re: Fernstudium unseriös?

Beitragvon Gil » So 27. Mai 2018, 00:48

Ach quatsch, ich finde das sogar richtig gut, wenn man bedenkt, wie viele Menschen ihr Studium abbrechen mussten und sonst nie wieder die Gelegenheit dafür bekommen hätte. ;-)
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