Dyspraxie - Wer kennt sich aus?

Dyspraxie - Wer kennt sich aus?

Beitragvon ribissel-plus » Mo 3. Mär 2014, 21:19

Hallo, ich bin neu hier im Forum.
Hat jemand Erfahrung mit Dyspraxie? Es ist schwierig, genaue und vor allem verlässliche Infos im Netz zu finden.
Für Antworten wäre ich sehr dankbar!
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Fachbegriffe braucht man, wenn man das Problem nicht lösen k

Beitragvon Franz Josef Neffe » Mo 10. Mär 2014, 20:31

Wir erfinden heute für jedes Problem, das wir nicht lösen können oder wollen einen Fachbegriff und mogeln uns über die Runden indem wir eine undurchschaubare Wissenschaft daraus machen.
Die PRAXIE kommt von griech. "prattein = handeln"; davon unser Fremdwort "Praxis" und ""dys" heißt "auseinander".
Wenn wir von "Dyspraxie" reden, machen Kinder etwas nicht so, wie wir wollen, dass sie es machen.
Das ist aber m.E. nicht das Problem.
Das Problem ist, dass wir dann noch mehr wollen, dass sie es tun, und dass es infolgedessen noch schlechter geht.
Daran kann man eindeutig ablesen, dass es nicht das Problem des Kindes ist, dass es bei dieser Pädagogik noch schlechter handeln kann, sondern es ist das Problem der Pädagogik.
Wenn ich das verstanden habe, werden die Probleme konkret prtaktisch lösbar.
In der neuen Ich-kann-Schule habe ich immer wieder Beispiele dafür gezeigt.
Wir müssen die PERSÖNLICHKEIT zum WACHSEN bringen, denn nur wenn man WÄCHST wird man dem Leben GEWACHSEN.
Das hat die Pädagogik überhaupt noch nicht verstanden, das sie die Persönlichkeit hungern lässt und dann auch noch mit Übungen matt und platt quält.
Starke, gestärkte PERSÖNLICHKEIT ermöglicht STARKES HANDELN / PRAXIE.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe
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Re: Dyspraxie - Wer kennt sich aus?

Beitragvon saboma29 » Mi 26. Mär 2014, 23:39

ribissel-plus hat geschrieben:Hallo, ich bin neu hier im Forum.
Hat jemand Erfahrung mit Dyspraxie? Es ist schwierig, genaue und vor allem verlässliche Infos im Netz zu finden.
Für Antworten wäre ich sehr dankbar!


Hallo, bin auch neu hier, und seit kurzem hat mein mittlerweile fast 13jähriger Sohn auch u.a. die Diagnose Dyspraxie. Bin sehr aufgwühlt, da es soooo viele Hinweise drauf gab und niemand hinhört! Und das Thema ist für mich nicht jedem Ding nur einen Namen geben! Wir haben wahrscheinlich viel zu oft unserem Kind viel zu viel Druck gemacht, da er in allem langsam und ungeschickt war. Googel mich auch grad durch! Auf FB gibts eine Seite die im Aufbau ist : Dyspraxie Deutschland.Ergotherapie so früh wie möglich! Schule um Unterstützung bitten! Leistungsausgleich beantragen, Unser Sohn sollte computerunterstützt schreiben, wehrt sich aber noch; will ja nicht anders sein.
LG saboma29
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Re: Dyspraxie - Wer kennt sich aus?

Beitragvon ribissel-plus » Mo 31. Mär 2014, 22:01

Hallo saboma29, das ist wohl das alte Leiden:
Die Kinder leiden schon im Kindergarten, wenn sie nicht zu 100% der Norm entsprechen. Dann geht es weiter in der Grundschule. Wehe, ein Kind malt nicht gerne. Wer es sich leisten kann, weicht auf Privatschulen aus, der Rest muss schauen, wo er bleibt. Mein Sohn ist ein gescheites und witziges Bürschlein, er ist ein fröhliches und interessiertes Kind. Nur die Schule mag er nicht mehr - leider. Wem ich die Schuld gebe? Der Politik, die will, dass wir die besten Schüler der Welt haben (aber die sollen bitte nur spuren und nicht kreativ sein). Kosten soll das aber so wenig wie vor 100 Jahren.
Na ja, man kann nicht alles haben...
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PRAXIE, das ist die praktische Qualität unseres Handelns

Beitragvon Franz Josef Neffe » Do 3. Apr 2014, 15:25

Wenn wir einen Stein auf die Wiese legen, geht das Gras darunter ein.
Wenn wir einen Stein auf die Seele legen, ist die Wirkung nicht anders.
So wirkt DRUCK.
Seit Jahrzehnten wird in unseren Unetrrcihstvollzugsanstalten immer noch mehr DRUCK gemacht.
Und alle machen mit.
Selbstverständlich alle immer nur wohlmeinend.
Wenn es die Lehrerin in derSchule nicht ganz geschafft hat, den Tagesstoff in das Kind hineinzuDRÜCKEN, soll die Mama zu Hause weitermachen.
Die ist zwar ganz verzweifelt, weil sie genau spürt, wie das wirkt, aber noch stärker als Mutterliebe und Gespür wirkt die ankonditionierte Angst vor Obrigkeit in ihr, die Angst, wie in der Schulzeit für Nichtwillfährigkeit an den Pranger gestellt zu werden. Darum "übt" sie mit dem Kind, auch wenn sie genau sieht und spürt, wie es dabei immer noch schlimmer wird.

In der neuen Ich-kann-Schule ist nicht Druck das Grundprinzip sondern SOG, nicht ständige Erniedrigung sondern Hochachtung, nicht Angst und Panik und aussichtslose Verweiflung sondern Freude auf den nächsten Lernerfolg.
Statt der üblichen "pädagogischen" Nötigung begegne ich gerade den verprellten, verletzten, missachteten Talenten mit feinem Interesse und größtem Respekt und Anereknnung.
Wir spüren doch alle den HUNGER DER SEELE und des Geistes. Warum um alles in der Welt "üben" wir dann nur immer die Talente matt (Burnout) und platt (Depression)? Warum quälen wir gerade die feinen Talente unserer Kinder? Und warum lassen wir sie verhungern?
PRAXIE, das ist doch die praktische Qualität unseres Handelns.
Dyspraxie ist keine Kinderkrankheit sondern ein in der Qualität verfehlter Umgang Erwachsener mit den feinsten Kräften und Talenten des Kindes.
Wir sollten endlich aufhören, uns durch die Hintertür von unserer persönlichen Verantwortung davonzumogeln, indem wir aus unserem Unvermögen ein Problem der Kinder konstruieren.
KOSTEN tut unsere Pädagogik nur deshalb soviel, weil wir die entscheidenden Weichenstellungen IM Menschen völlig vernachlässigen. Wir betreiben eine Pädagogik, die noch ungenauer ist als besoffen Autofahren. Wirkliche, echte Problemlösung - das zeigt auch die Ich-kann-Schule an vielen praktischen beispielen - kostet wenig und spart Kosten.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
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Re: Dyspraxie - Wer kennt sich aus?

Beitragvon isylee » Mo 14. Apr 2014, 10:11

Heutzutage werden den Kindern, sobald sie etwas nicht richtig ausführen können oder auch nur die kleinste Schwäche zeigen gleich immer irgendwelche Krankheiten angedichtet. Dyspraxie, Dyskalkulie etc., etc. Ich finde das traurig. Früher hieße es einfach nur, er/sie hat ein bisschen Schwierigkeiten mit XY und dann konnte man sich darum kümmern, ohne gleich mit einer Diagnose leben zu müssen.
Ich kann micht nicht erinnern, dass ich mal was vergessen hätte.
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Rattenfänger oder wirkliche Helfer?

Beitragvon Franz Josef Neffe » Mo 14. Apr 2014, 15:51

"Diagnose" heißt auf Deutsch "Durchblick".
Wenn die, die eine "Diagnose stellen" oder "sich stellen lassen" den DURCHBLICK hätten, dann müssten sie ja als erstes einmal die Betroffenen mit einem konkreten Beispiel, wie sie selber das Problem schon einmal gelöst haben, beruhigen und für ihre gute Entwicklung begeistern können.
Es verwundert mich doch immer, wie blauäugig man Behauptungen folgt, sobald sie nur einem unverstandenen Problem einen exotischen Namen geben und eine Krankheit daraus machen.
In der neuen Ich-kann-Schule könnte man damit kein Kind hinter dem Ofen hervor locken.
Ich grüße freundlich.
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Re: Dyspraxie - Wer kennt sich aus?

Beitragvon Tobse » Mi 23. Apr 2014, 12:56

Ich finde es auch schlimm, dass den Kindern immer gleich eine Krankheit oder eine Störung angedichtet wird. Das scheint wohl eine neue Modeerscheinung zu sein, denn vor einigen Jahren hatten Kinder so etwas alles komischerweise noch nicht.
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Re: Dyspraxie - Wer kennt sich aus?

Beitragvon Nikki » Di 29. Apr 2014, 23:09

Hallo !

Ich bin auch neu hier , und mein Sohn hat auch Dyspraxie. Und seitdem wir wissen, was mit unserem Sohn los ist, ist hier alles sehr viel entspannter, wir wissen jetzt warum er so ist wie er ist, und können nun sehr viel verständnisvoller mit ihm umgehen.

Dyspraxie heisst übrigens nicht, das eine Kleinigkeit nicht ganz so funktioniert wie sie in der Regel funktionieren sollte, und deswegen "die Sache" mal schnell einen Namen bekommt, es ist schon eine ernste nicht heilbare Krankheit.
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Re: Dyspraxie - Wer kennt sich aus?

Beitragvon Lukibel » Mi 22. Okt 2014, 21:52

Hallo,
ich bin eben auf diesen Beitrag aufmerksam gemacht worden und habe mich direkt in diesem Forum angemeldet.

Ich gehöre zum Team der Facebook-Seite Dyspraxie Deutschland. Wir haben außer der Fanpage dort auch eine geschlossene Gruppe mit dem gleichen Namen für den Austausch unter Betroffenen.
Außerdem erstellen wir eine Homepage zu dem Thema.
Warum? Auch unser Sohn hat eine Dyspraxie. Und wir beantragen gerade eine Pflegestufe und einen Schwerbehindertenausweis für ihn. Weil es eben tatsächlich eine echte Diagnose und keine Einbildung ist.

Ich wünsche jedem gesunde Kinder. Wenn das aber mal nicht der Fall ist, brauchen wir Eltern von Kindern mit Handicap nicht noch unqualifizierte Störfeuer von Unwissenden!

LG
Lukibel
 
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