Kostenpflichtige Nachhilfe? Fahrt lieber in den Urlaub

Kostenpflichtige Nachhilfe? Fahrt lieber in den Urlaub

Beitragvon Jimmy Bergdorf » So 16. Jun 2019, 15:50

Hallo Liebe Elterngemeinde,

ich weiß der Betreff klingt vielleicht etwas drastisch, aber nach meinen Erfahrungen kann man das einfach nicht anders ausdrücken. Die kostenpflichtige Nachhilfe, ob nun als privater Unterricht zu Hause oder bei einem "qualifizierten" Institut, ist meiner Ansicht nach nicht nur Geldverschwendung, sondern verbaut auch die Zukunft für die Kinder. Ich habe über 10 Jahre als Nachhilfelehrer gearbeitet, sowohl im Einzelunterricht als auch für Institute und muss hier doch einmal deutlich Worte für diese Situation finden. Natürlich verdient man als Nachhilfelehrer nicht gerade schlecht, dass will ich an dieser Stelle auch nicht bestreiten, aber es gibt nur zwei Ziele, die man hier verfolgen kann. Entweder man arbeitet hier gezielt für den Lohn oder man orientiert sich an der eigentlichen Sache, nämlich dem Kind etwas für die Zukunft mitzugeben. Beides in Kombination funktioniert hier nicht. Das kann ich ganz einfach begründen. Um überhaupt Zugang zu einem Kind zu bekommen, sodass es die Nachhilfe nicht mehr als Nachhilfe, sondern als eine spielerische Variante ansieht, bei der das Kind einfach nebenbei etwas lernt, ist nur mit einem sehr großen Zeitaufwand möglich. Ein Zeitaufwand, den die Eltern gar nicht bezahlen können. Wenn ein Kind zukunftsorientiert lernen soll, dann muss die Grundlage beim Lernen darin bestehen, dass das Kind ein freies Denken entwickelt. Insbesondere in den Fächern wie Mathematik oder auch Physik ist dies von entscheidender Bedeutung. Ein freies Denken wird auch für zukünftige Alltagsfragen oder Problematiken enorm wichtig sein. Jeder Elternteil kennt diese Situationen aus dem eigenen Leben, daher muss man hier sicherlich keinen Roman darüber schreiben.

Das sinnvollste, was man machen kann, um dem Kind wirklich etwas für die Zukunft beizubringen ist, wenn man als Elternteil selbst die Nachhilfe übernimmt. Natürlich haben davor viele Eltern Angst, weil Sie denken, dass man hier vielleicht dem Kind etwas Falsches beibringen könnte. Aber seien wir doch mal ehrlich, die meisten Themen kann man sich binnen kürzester Zeit wieder aneignen. Schließlich hat man diese ja auch mal gelernt. Der Vorteil bei diesem Lernen besteht darin, dass man als Elternteil die Interessen eines Kindes kennt. Somit kann man das Lernen mit dem Hobby bzw. den Interessen des Kindes kombinieren. Man wird sehen, dass dem Kind das Lernen deutlich leichter fällt und es auch neue Wege entdeckt, wie man sich bestimmte Dinge merken kann oder mit welchen "Eselsbrücken" man bestimmte Thematiken clever löst. Diese Art der Nachhilfe halte ich für die einzig sinnvolle Lösung, um dem Kind wirklich etwas beizubringen. Alles andere ist nahezu immer nur ein momentaner Effekt, den man erzeugt. Auch wenn das Kind also bessere Noten schreibt, so hat es in einer Nachhilfe nur sehr selten etwas für den weiteren Verlauf im Leben gelernt. Das macht sich schon in den nächsten Klassenstufen bemerkbar, wenn es plötzlich wieder zu Problemen in den besagten Fächern kommt. Eine Nachhilfe über Lehrer oder Institute ist also genau genommen ein ewiger Kreislauf, der erst nach Beendigung der Schule aufhört. Mit einer Nachhilfe über die Eltern kann man das Kind nachhaltig auf die Zukunft vorbereiten. Das ist meine feste Ansicht zu diesem Thema.

Ich höre mir allerdings auch sehr gerne andere Meinungen an, also wenn ihr hierzu ein Feedback geben möchtet, ich bin da absolut offen. Meinungen, egal, ob es sich um die gleiche oder eine andere Meinung handelt, sind immer interessant. :-)

Liebe Grüße


Jimmy Bergdorf
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Re: Kostenpflichtige Nachhilfe? Fahrt lieber in den Urlaub

Beitragvon Jimmy Bergdorf » Di 25. Jun 2019, 10:39

Hallo Liebe Elterngemeinde,

ich möchte nochmal kurz auf das Thema eingehen. Schön das sich bereits so viele zahlreiche Leser gefunden haben, die das Thema interessiert. Schade hingegen ist, dass es keinerlei Meinungen gab. :/
Ich würde mich freuen, wenn sich dies noch ändern würde. Gerne könnt ihr mich auch direkt über die Social Networks anschreiben. Auch wenn jemand vielleicht eine Frage zu meinem neuen Buch hat, kann sie oder er das gerne tun. Ich bin für jede Kritik jeder Zeit offen. :)

Liebe Grüße


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Re: Kostenpflichtige Nachhilfe? Fahrt lieber in den Urlaub

Beitragvon Katzas » Di 6. Aug 2019, 14:02

Hi Jimmy,

auf welches Alter bezieht sich deine Aussage?

In der Oberstufe brauch man vielleicht weniger die Verbindung und den Spielspaß als am Anfang. In der Grundschule kann ich mir vorstellen, dass noch mehr von den Eltern vorgelebt wird. Wenn Eltern einfach wenig interesse oder nicht selber das Wissen haben, dann ist es den Eltern nur wichtig, dass die Kinder gute Noten nach hause bringen und nicht, dass das Kind etwas lernt. Es fängt wie immer im Elternhaus an, also warum nicht zusammen mit den Eltern ein Program gestalten?

Ich bin generell nicht der Fan von einem durchgetakten Alltag für Kinder. Es sollte immer genug Zeit zum selber spielen - und das nicht vor dem Fernseher oder sonstigen.
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Re: Kostenpflichtige Nachhilfe? Fahrt lieber in den Urlaub

Beitragvon Jimmy Bergdorf » Mi 9. Okt 2019, 12:31

Hi Katzas,

entschuldige die späte Antwort, ich war in letzter Zeit nicht so aktiv hier. Die Aussage bezieht sich prinzipiell auf Kinder im jungen Alter, sprich bis 14 / 15 Jahren. In der Oberstufe sind die Kinder schon selbstständiger, da hast du natürlich vollkommen recht.

Es ist ziemlich einfach ein Programm mit Eltern und Kindern zu gestalten, insofern die Eltern dies auch wollen. Auch da muss ich dir leider recht geben, dass es teilweise so ist, das Eltern nicht immer ein gewisses Interesse für ihre Kinder zeigen.

Zum Programm selbst bzw. zu einer Möglichkeit, wie man ein solches Programm gestalten kann, gibt es auch einen Ratgeber "Nachhilfe - Warum Eltern es besser können als Lehrer". In dem Buch werden einige Möglichkeiten vorgestellt, wie man relativ einfach das Lernen gestalten kann ohne dabei die Interessen des Kindes in den Hintergrund stellen zu müssen. Also genau genommen eine Kombination aus den Wünschen des Kindes und dem Lernen für die Zukunft. Das Buch habe ich vor einiger Zeit verfasst und wird auch bei Amazon und Co. angeboten. Jedoch kann man, wenn man nach diesem Buch im Netz sucht, auch kostenlos einige Passagen lesen, die einen Eindruck von den Möglichkeiten vermitteln. Vielleicht hast du oder auch andere Personen hier, mal Interesse daran, dort hineinzuschauen. Wie gesagt, die Leseprobe gibt es im Internet kostenlos. Ich würde mich natürlich auch sehr über ein Feedback freuen.

Viele Grüße

Jimmy

P.S.: Solltest du die kostenlose Leseprobe nicht finden, einfach mal bescheid sagen, dann lasse ich sie dir gerne als Link zukommen.
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